
Kinder haben Nerven wie Drahtseile. Sie überstehen sogar ihre Erziehung ohne größere bleibende Schäden.
Georg Rechner, (*1951), Aphoristiker
Schickt die Kinder ins Treibhaus. ‚Hot-Housing’ ist angesagt. Ihr Kind, Neffe, Patenkind, Grosskind oder Ihre Nichte hat noch keinen Chinesischunterricht? Es spielt auch noch nicht Geige und brütet mit Freude über das nächste Dutzend Primzahlen? Nein? Dann verpassen Sie eine neue Mode, die den Kindern aber gewaltig auf die Nerven geht.
Bildungsferne Schichten gehören bald der Vergangenheit an. Lernresistente Jugendliche und verhaltensoriginelle Kinder werden jetzt konkurrenziert. Bildung und Intelligenz sind die neuen Massstäbe für den Erfolg. Die schleichende Akademisierung einfachster Lebens- und Arbeitsbereiche schreitet munter voran.
Kinderköpfe sind leer und müssen mit klugem Inhalt gefüllt werden. Das ist schon lange bekannt. Die populärwissenschaftliche Neurodidaktik macht uns aber in der Zwischenzeit nämlich weiss, dass anhaltende Wissensvermittlung bei Kindern die neuronalen Netzwerke im Gehirn stimulieren und diese somit besser für das Leben und die Schule gerüstet seien. Mehr und mehr wird mahnend schwadroniert, dass die Zeit der kindlichen Gehirnentwicklung nicht vertan werden solle und die geistigen Kapazitäten mit einer täglichen Portion Fitness verbessert werden können. Die ‚Mini-Einsteins’ nerven nicht mehr am Wochenende. Sie üben nämlich die ersten Buchstaben, lernen das Kleine Einmaleins und akkumulieren Wissen, das sie noch gar nicht verstehen. Sie erklären uns dann altklug und mit Eifer, warum die Sonne draussen scheint und diese für die Fotosynthese so wichtig ist. Manchmal stehen wir Erwachsene dann da, wie die ungläubigen Deppen, die über keine Allgemeinbildung verfügen. Nehmen Sie es mit Gelassenheit. Sie sind nicht alleine mit diesem Gefühl.
Die moderne Gehirnforschung weiss zwar immer noch wenig über unser Denkorgan. Das tut jedoch dem neuen gesellschaftlichen Trend der frühkindlichen Entwicklung keinen Abbruch. Das beflissene Bildungsbürgertum übt fleissig mit den Kleinsten Vokabeln, frühkindliche Mathe oder exotische Sprachen, um die grauen Hirnzellen möglichst früh an die täglichen Anforderungen des täglichen Berufslebens zu gewöhnen. Kinder werden im intellektuellen Treibhaus zu ‚Hybrid-Menschen’ gezüchtet. Eierköpfe auf Vorrat.
Alle reden vom kompetenten Kind. Damit gemeint sind aber die Kinder, die mit den sich verändernden Lebensstilen unserer Gesellschaft leicht umgehen können und in einer guten Balance zwischen Führung und Freiheit erzogen werden. Anscheinend ist immer noch nicht überall bekannt, dass Kinder richtige ‚Lernmaschinen’ sind und ihre Köpfe Höchstleistungen vollbringen, von denen wir Erwachsenen nur den Hut ziehen können. Der Buch- und Fachhandel überschwemmt uns mit ‚Pädagogik-Junk’ und impft uns ein, dass der Förderehrgeiz wichtig für die Zukunft der Nachkommen sei. Selbstverständlich fragt niemand die Kinder, ob die das auch so toll finden.
Vielleicht ist ein faules Mittagsschläfchen, das ziellose Stochern im Sandkasten mit dem grossen Zeh, das hingebungsvolle Verschmieren von Lebensmitteln an den Wänden oder das verträumte Spielen mit der Puppe und dem neusten Dinosaurier aus Plastik viel besser für die neuronale Vernetzung. Freie Kinder mit Spass am Lernen sind klüger!
Am 11. Februar 2008 fangen für viele Menschen in Basel die «drey scheenschte Dääg» an. Fasnacht bietet alles, was Kinder mögen (siehe auch www.fasnacht.ch). Der Dienstagnachmittag ist ihr Tag. Kinderfasnacht. Geniessen Sie die frische Luft, die Freiheit, auch einmal den Clown zu spielen, und das bunte Treiben. Es wird den Kinderköpfen gut tun. Das neuronale Netzwerk unserer Kinder wächst auch so, ohne diesen ganzen neopädagogischen Klimbim.
In Sachen Personalsuche, Personalrekrutierung und Personalauswahl lassen wir uns seit 15 Jahren lieber von Fakten, Nüchternheit und Klarheit lenken. Wir überlassen nichts dem Zufall und alles andere den Mitbewerbern.
Mit dem neuen Kandidaten-Bulletin möchten wir einmal mehr ganz kurz auf die vielen guten Bewerberinnen und Bewerber aufmerksam machen. Vielleicht ist jemand dabei, der Ihrem Team, Ihrer Unternehmung oder Ihrem Projekt neue Impulse verleiht.
Wir besetzen ihre Vakanz.


